Lange sah es so aus, als würde die tägliche Höchstarbeitszeit fallen. Der Entwurf des Bundesarbeitsministeriums wollte die feste Grenze von acht Stunden am Tag durch eine wöchentliche Obergrenze ersetzen. Einzelne Arbeitstage von bis zu dreizehn Stunden wären dann möglich gewesen. Anfang Juli ist dieser Plan aus dem Koalitionspaket gefallen. Der gesetzliche Acht Stunden Tag bleibt vorerst der Maßstab.
Warum der Plan scheiterte
Der Entwurf hatte von zwei Seiten Gegenwind bekommen. Gewerkschaften warnten vor längeren Arbeitstagen und weniger Erholung. Arbeitgeberverbände wiederum störten sich daran, dass die flexibleren Wochenzeiten an Tarifverträge gekoppelt sein sollten. Gerade viele mittelständische Betriebe sind nicht tarifgebunden und hätten von der Neuerung nichts gehabt. Am Ende fand der Vorschlag keine Mehrheit.
Was das für Betriebe konkret heißt
Für die Praxis ändert sich damit weniger, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Die tägliche Grenze von acht Stunden gilt weiter, ausdehnbar auf zehn Stunden, wenn der Durchschnitt gewahrt bleibt. Genau hier zeigt sich, warum eine saubere Zeiterfassung so wichtig ist. Ohne verlässliche Daten lässt sich gar nicht prüfen, ob die Grenzen eingehalten werden. Wer Beginn, Ende und Pausen sauber festhält, ist auf der sicheren Seite, egal wie das Gesetz am Ende aussieht.
Die Pflicht bleibt bestehen
Unabhängig von der geplatzten Reform gilt: Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts von 2022 muss die Arbeitszeit erfasst werden. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro geahndet werden. Die Diskussion um flexible Modelle ändert daran nichts. Betriebe, die jetzt auf eine verlässliche und am besten digitale Erfassung setzen, gewinnen doppelt. Sie erfüllen die Vorgaben und behalten gleichzeitig den Überblick über Überstunden, Urlaubskonten und bei Dienstleistern auch über die Projektabrechnung.
Fazit
Die Politik ringt weiter um das richtige Maß an Flexibilität. Für Betriebe ist das kein Grund zu warten. Die Erfassungspflicht steht, und eine gute Lösung zahlt sich unabhängig von jeder Reform aus.